Baden-Württemberg versucht sich im Imagegewinn 2.0 - und scheitert kläglich.
Die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg (MFG) hat im Rahmen der von ihr ausgerichteten BWeb2.0 Challenge die Sieger gekürt. Unter den Preisträgern befinden sich solch innovative Konzepte wie Wikis und Social Networks.
Wikis? Social Networks? Innovation?
Genau!
(An dieser Stelle bitte den Kopf ungläubig schütteln.)
Ich, als mäßig Interessierter und gelegentlich bei Web 2.0igen Services angemeldete Person, kratze mir an dieser Stelle mehr als bedenklich am Kopf und suche bei den vorgestellten Konzepten nach der Innovation die mir der Titel des Wettbewerbs vorgaukeln will.
War hier wieder mehr Vetterleswirtschaft aus Stuttgart als Innovation gefragt? Oder saßen in der Jury nur altehrwürdige Herren, die leider wenig Innovationskraft bzw. -verständnis dafür haben aber umso mehr von imageträchtigen Kampagnen für das Land besitzen?
Die Preisträger wurden aus insgesamt 57 eingereichten Web 2.0-Projekten durch eine Expertenjury ermittelt. Mitglieder der Jury waren Martin Cserba (Pepper GmbH), Alexander Felsenberg (Felsenberg Consulting), Thorsten Rauser (the binary family gmbh), Inga von Staden (ProjectScope) und Klaus Haasis (MFG Baden-Württemberg, Innovationsagentur des Landes für Informationstechnologie und Medien).
Wenn sich Wikis und das 10.000 Social Network “Innovation” in Baden-Württemberg schimpfen dürfen, wen wundert dann noch, dass das einstige Land der Erfinder bald am unteren Ende der Innovationskette steht. Ich schäme mich für meine schwäbische Herkunft. Ich schäme mich für mein schönes T-Shirt “Wir können alles außer Hochdeutsch”. Und ich schäme mich für mein “Heimatland” Schwaben, dass sich mit billigen Mitteln einen neuen Anstrich 2.0 verpassen will.
Abschließend natürlich einen herzlichen Glückwunsch an alle Preisträger. Zeigt uns, dass ich mit meiner Kritik falsch lag.

3 Comments
Ich lese dort:
“Die Kategorie 3 „Web 2.0 für Bildung und Forschung“ bleibt ohne Preisträger. Das zur Verfügung stehende Preisgeld wird in die mit 30 Einreichungen stärkste Kategorie 5 „Web 2.0 für die Gesellschaft“ übertragen.”
Unser Konzept für Radio-Educa (ein Podcastportal in Sachen Bildung) für als “zu ambitioniert” deklariert und abgelehnt.
http://www.bildungsszene.de/2007/06/22/konzepteklau-oder-fairer-wettbewerb/
“Zu ambitioniert” für einen Innovationswettbewerb? Ich glaube ich gebe meine schwäbische Staatsbürgerschaft ab…
Also ich war auch schon auf einem solchen web2.0 Ba-Wü wird Silicon Valley und wir belohnen die, die ja nicht aus der Reihe tanzen treffen in Freiburg. Also wir sollten und weiter auf den Autmobilbau konzentrieren und hoffen, das es noch lange gut läuft.
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[...] vormals Ma**schaftskabine, eines der vom MFG Baden-Württemberg geförderten Projekte, ist von Tobias Kläner, einem Jurastudenten aus Berlin, bzw. dessen Anwalt [...]